Der Generationenwechsel im Mittelstand ist keine ferne Prognose mehr, sondern gelebte Realität. Dies zeigt die 10. Ausgabe des Nachfolgemonitors, herausgegeben von der FOM Hochschule, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) und der Creditreform Rating AG. Grundlage der Analyse sind mehr als 13.500 tatsächlich verwirklichte Unternehmensübernahmen aus dem Zeitraum 2014 bis 2025.

Quelle:(VDB)
Nur 21 Prozent der Übernehmenden sind Frauen
Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschiebung in der Dynamik der Unternehmensübergaben. 2024 wurde der niedrigste Stand an Nachfolgeübernahmen seit Beginn der systematischen Erfassung erreicht. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Übergeber kontinuierlich und liegt inzwischen bei 63 Jahren (2015: 61,5 Jahre). Parallel dazu hat sich der Anteil der Unternehmerinnen und Unternehmer über 75 Jahre auf 7,9 Prozent erhöht – fast eine Verdreifachung gegenüber 2015 (2,6 Prozent). Auch die Altersstruktur auf Nachfolgerseite zeigt klare Muster: Rund die Hälfte aller Übernahmen erfolgt in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren. Ein strukturelles Merkmal bleibt der geringe Anteil von Frauen unter den Übernehmenden. Nur rund 21 Prozent der Nachfolgen werden von Frauen übernommen.
E-Commerce mit Schwierigkeiten, Handwerk mit mehr Übernahmen
Der Kaufpreis macht inzwischen rund 77 Prozent des gesamten Finanzierungsbedarfs einer Unternehmensübernahme aus. Rund 68 Prozent der übernommenen Unternehmen erreichen oder übertreffen innerhalb von zwei Jahren wieder ihr ursprüngliches Umsatzniveau. Während im Einzelhandel die Zahl der Nachfolgen aufgrund struktureller Veränderungen und wachsender E-Commerce-Konkurrenz zurückgeht, verzeichnet das Handwerk eine steigende Zahl von Unternehmensübernahmen.

Jeder Dritte Bürgschaftseuro geht in eine Unternehmensnachfolge
Für Bürgschaftsbanken spielen Unternehmensübernahmen inzwischen eine herausragende Rolle in ihrer Finanzierungspraxis. Innerhalb der 3.285 Existenzgründungsfinanzierungen entfielen allein 1.896 Vorhaben auf Unternehmensnachfolgen mit Bürgschaften und Garantien von rund 576 Millionen Euro – das sind 75 Prozent des Bürgschafts- und Garantievolumens in der Gründungsfinanzierung des Jahres 2025. Nachfolgefinanzierungen stellen damit einen wesentlichen Bestandteil des Fördergeschäfts der Bürgschaftsbanken dar.
Neue Strukturen zur Unterstützung
Parallel dazu entstehen neue Strukturen zur Unterstützung des Nachfolgegeschehens. Die Nachfolgezentrale Mecklenburg-Vorpommern, bringt bereits seit 2016 Unternehmerinnen und Unternehmer mit potenziellen Nachfolgern zusammen. 2024 ist die Nachfolgezentrale Berlin als gemeinsame Initiative der BürgschaftsBank Berlin, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer gestartet ist. Und auch in Brandenburg wurde 2025 unter maßgeblicher Beteiligung der Bürgschaftsbank Brandenburg eine 2025 eine Nachfolgezentrale eröffnet.
Bürgschaftsbanken un Mittelständische Beteiligungsgesellschaften bieten Informationen und maßgeschneiderte Lösungen zur Finanzierung von auch über die neue Landingpage nachfolge.ermoeglicher.de an. Hier können Nachfolgeinteressierte unkompliziert und schnell Finanzierungsanfragen. Damit erleichtern die Bürgschaftsbanken den Zugang zu passenden Finanzierungsinstrumenten und unterstützt so den erfolgreichen Generationswechsel in Unternehmen.